Diesen Fragen widmete sich ein Workshop im Rahmen der Resilienz-Wochen der Stadt Zürich am Dienstag, 13. Oktober 2026, von 18 bis 20 Uhr. Mit dabei war auch Matteo Baschera, Vorstandsmitglied, der die Gelegenheit nutzte, sich mit dem Thema Krisenvorsorge und der Bedeutung eines starken nachbarschaftlichen Netzwerks auseinanderzusetzen.
Gemeinsam stärker in Krisenzeiten
Ein längerer Stromausfall, eine Hitzewelle, eine Überschwemmung oder der Ausfall wichtiger Kommunikationsmittel: Krisensituationen können unseren Alltag unerwartet auf den Kopf stellen. Gerade dann zeigt sich, wie wichtig ein funktionierendes soziales Netzwerk im Quartier ist. Unter dem Motto «Zusammen vorbereitet für den Ernstfall» sensibilisieren die Resilienz-Wochen der Stadt Zürich die Bevölkerung dafür, wie sie sich auf aussergewöhnliche Situationen vorbereiten und gemeinsam Herausforderungen bewältigen kann.
Im Zentrum des Workshops für Quartierorganisationen standen drei wesentliche Fragen:
- Welches sind die wichtigsten Orte und Anlaufstellen im Quartier während einer Krise?
- Wie können sich Quartierorganisationen gegenseitig unterstützen und ihre Ressourcen bündeln?
- Was kann jede einzelne Organisation dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit des Quartiers zu stärken?
Anhand konkreter Krisenszenarien wurde die Bedeutung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts thematisiert. Denn Resilienz bedeutet nicht nur, auf schwierige Situationen vorbereitet zu sein, sondern auch, gemeinsam handlungsfähig zu bleiben. Wie wichtig die Vorbereitung auf aussergewöhnliche Ereignisse ist, verdeutlichte Markus Meile, Stabschef der Städtischen Führungsorganisation Zürich. Die Stadt setzt sich mit unterschiedlichen Gefährdungen auseinander – von Hitzewellen und Hochwasser über Cyberangriffe bis hin zu länger andauernden Stromausfällen. Zur städtischen Krisenvorbereitung gehören unter anderem Notfalltreffpunkte, Notwasserbrunnen und verschiedene Informations- und Warnsysteme wie Alertswiss. Am Beispiel des Quartiers Seebach wurde aufgezeigt, wo sich solche wichtigen Anlaufstellen befinden und weshalb es sinnvoll ist, sie bereits vor einer Krise zu kennen.
Quartierorganisationen als wichtige Akteure
Quartiervereine und andere lokale Organisationen leisten einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie bringen Menschen zusammen, fördern den Austausch und schaffen Verbindungen zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Gerade in Krisenzeiten können solche bestehenden Beziehungen entscheidend sein. Wer seine Nachbarinnen und Nachbarn kennt, weiss eher, wer Unterstützung benötigt, wo Hilfe organisiert werden kann und welche Ressourcen im unmittelbaren Umfeld vorhanden sind. Dabei geht es nicht darum, die Aufgaben professioneller Rettungs- und Einsatzorganisationen zu übernehmen. Vielmehr können Quartierorganisationen als Brückenbauer wirken, Informationen weitergeben, Menschen miteinander vernetzen und gegenseitige Hilfe fördern. Eine wichtige Erkenntnis: Krisenvorsorge beginnt nicht erst im Ernstfall, sondern bereits im alltäglichen Miteinander.
Vernetzung und Zusammenarbeit als Schlüssel
Der Workshop wurde vom Stabschef der städtischen Führungsorganisation des Sicherheitsdepartements sowie von Fachmitarbeiterinnen des Büros für Sozialraum & Stadtleben des Sozialdepartements der Stadt Zürich geleitet. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Quartierorganisationen ihre bestehenden Strukturen und Kontakte nutzen können, um die Resilienz in ihrem Umfeld zu stärken. Dazu gehören beispielsweise die Vernetzung mit anderen lokalen Organisationen, das Wissen um wichtige Anlaufstellen wie Notfalltreffpunkte sowie die Sensibilisierung der Bevölkerung für gegenseitige Unterstützung. Die Teilnahme von Matteo Baschera bot Gelegenheit, diese Fragestellungen auch aus der Perspektive der Vorstandsarbeit und des Engagements im Quartier zu betrachten.
Resilienz-Wochen als städtisches Pilotprojekt
Die Resilienz-Wochen sind ein Pilotprojekt der Stadt Zürich in Zusammenarbeit mit der Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren. Das Projekt wird von der Stiftung Risiko-Dialog begleitet und von der Universität Zürich wissenschaftlich ausgewertet. Weitere Partner sind die Offene Jugendarbeit OJA, der Samariterverein Altstetten-Albisrieden, der Lifegarden und die Primarschule Bühl. Mit Workshops, Quartierrundgängen und weiteren Veranstaltungen möchte die Stadt Zürich das Bewusstsein für Krisenvorsorge stärken und die Bevölkerung dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden.
Auch das Schweizer Fernsehen begleitet die Resilienz-Wochen
Die Bedeutung der persönlichen Krisenvorsorge und des gesellschaftlichen Zusammenhalts stösst auch auf mediales Interesse. Die «Resilienz-Wochen Zürich» spielen eine zentrale Rolle in einer rund 50-minütigen Dokumentation des Schweizer Fernsehens (SRF), die sich mit der persönlichen Krisenvorsorge und Krisenbewältigung beschäftigt.
Fazit: Ein starkes Quartier beginnt bei uns allen
Der Workshop verdeutlicht, wie wichtig das Zusammenspiel zwischen städtischen Stellen, Quartierorganisationen und der Bevölkerung ist. Technische und organisatorische Vorbereitungen sind unverzichtbar – ebenso entscheidend sind jedoch Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und gelebte Nachbarschaft. Für Quartierorganisationen ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Kontakte pflegen, die Zusammenarbeit fördern, Menschen zusammenbringen und die vorhandenen Netzwerke stärken.