Zürich darf sein Gewerbe nicht ausbremsen

Der jüngste Entscheid des Bezirksrats zur neuen Parkkartenverordnung ist ein schlechtes Signal für das Zürcher Gewerbe. Handwerker, Servicetechniker, Spitex und andere Dienstleister sind darauf angewiesen, ihre Fahrzeuge dort abstellen zu können, wo sie gebraucht werden.

Wer als Handwerker täglich Werkzeug und Material transportiert, soll gefälligst schauen, wo sein Lieferwagen bleibt. (Bild: Tages-Anzeiger)

Wer Werkzeug, Material oder schwere Geräte transportiert, kann nicht einfach ein paar Strassen weiter parkieren.

Gerade in Quartieren wie Zürich Nord mit viel Bautätigkeit, dichter werdenden Wohngebieten und zahlreichen Gewerbebetrieben brauchen wir pragmatische Lösungen statt zusätzliche Hürden. Besonders störend ist: Die erweiterte Gewerbebewilligung war Teil eines politischen Kompromisses rund um die neue Parkkartenverordnung. Nun soll ausgerechnet diese für das Gewerbe wichtige Regelung wegfallen. Der Bezirksrat hält das vorgesehene Parkieren auf Trottoirs für unvereinbar mit Bundesrecht. Der Entscheid ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

«Wenn die Handwerker:innen nicht mehr in die Stadt hineinkommen, dann besteht die Gefahr, dass die Versorgung in der Stadt nicht mehr gewährleistet ist»

Christian Huser, GVZ Präsident Stadt Zürich und Gemeinderat Kreis 11

Für uns als FDP ist klar: Sichere und zugängliche Trottoirs sind wichtig. Gleichzeitig muss eine Stadt funktionieren. Zürich braucht Handwerker, Pflegedienste, Lieferanten und Gewerbebetriebe – und diese brauchen praktikable Bedingungen für ihre tägliche Arbeit. Deshalb unterstützen wir die Forderung, den Entscheid rechtlich überprüfen zu lassen. Und unabhängig vom Ausgang des Verfahrens muss die Stadt Lösungen schaffen, die den Bedürfnissen von Fussgängern und Gewerbe gleichermassen Rechnung tragen.

Eine lebenswerte Stadt braucht nicht nur schöne Strassenräume. Sie braucht auch ein Gewerbe, das arbeiten kann.