Die Stadt Zürich bezahlt für eine Liegenschaft in Seebach 78,22 Millionen Franken rund 14,3 Millionen über dem Schätzwert. Zusätzlicher Wohnraum entsteht damit vorerst keiner.
Der hohe Kaufpreis wird mit dem Ausnützungspotenzial begründet. Ob dieses je realisiert wird, ist offen. Gleichzeitig liegen die Mieteinnahmen unter der gesetzlich vorgeschriebenen Kostenmiete. Die Kosten des nicht ausgeschöpften Potenzials können laut Stadt nicht auf die Mietenden überwälzt werden und belasten damit den allgemeinen Finanzhaushalt.
Hinzu kommen absehbare Sanierungskosten. Die Stadt bezahlt damit heute einen hohen Preis für bestehende Wohnungen und übernimmt zugleich weitere finanzielle Risiken.
Besonders widersprüchlich: Die Stadt räumt selbst ein, dass die Entwicklung bereits erworbener Liegenschaften Zeit, zusätzliches Personal und neue Prozesse benötigt. Trotzdem kauft sie weiter zu und bezahlt Entwicklungspotenziale, die erst noch realisiert werden müssen.
Gemeinderat Simon Hatt: «Dieser Kauf ist erneut Champagner auf den heissen Stein: Die Stadt kauft überteuert, schafft keine einzige zusätzliche Wohnung und übernimmt erst noch eine dauerhafte Finanzierungslücke. Wer trotz Millionendefiziten Immobilien um jeden Preis kauft, handelt finanzpolitisch verantwortungslos.»
Die FDP Stadt Zürich fordert einen Marschhalt bei überteuerten Liegenschaftskäufen. Käufe über dem Schätzwert und daraus entstehende Finanzierungslücken müssen transparent ausgewiesen und begründet werden. Zürich braucht mehr Wohnraum dafür muss gebaut und verdichtet werden, statt immer mehr Geld in den Kauf bestehender Wohnungen zu stecken.