Die unterzeichnenden Fraktionen danken der Polizei für ihren Einsatz in der Samstagnacht. Nach Krawallen in Frankreich und Italien rief die Juso-Schweiz zu Demonstrationen in der Schweiz auf. Das offensichtliche Motto lautete: “Gen-Z aller Länder vereinigt euch”.
Aber anders als in unseren Nachbarländern ist die Jugendarbeitslosigkeit in der Stadt Zürich heute nur noch halb so gross wie vor 20 Jahren. Die Berufsbildung funktioniert und die direkte Demokratie verhindert einen tiefen Graben zwischen Bevölkerung und Politik. Diverse linke Gruppierungen haben explizit zu Gewalt und Sachbeschädigungen aufgerufen. Die Antifa moniert steigende Mieten und Krankenkassenprämien und empfahl: "Chömed verchleided, chömed gschützt". Denn am 31. Oktober war Halloween: Ideale Voraussetzungen für ein Katz- und-Maus Spiel mit der Polizei.
Der Ansage folgten Taten: "Brennende Barrikaden, demolierte Scheiben, beissender Rauch: Die Zürcher Langstrasse erlebt eine Krawallnacht mit Ansage" (NZZ vom 01.11.2026). Polizistinnen und Polizisten wurden mit Glas und Steinen beworfen, Feuerwerk wurde auf sie abgefeuert. So wie man es am Hardplatz am 11. Oktober bereits geübt hatte. Anstelle eines Einsatzfahrzeugs brannte nun ein Tesla. Zürich soll eine Velostadt werden, aber auch E-Bikes wurden wahllos angezündet. Sogar ein Tramhäuschen der VBZ, eigentlich kein Ausdruck imperialer Überheblichkeit, sondern Symbol eines gut ausgebauten Service Public, musste dran glauben. Wenn diese massiven Sachbeschädigungen nur zwei Verhaftungen – durch die Kantonspolizei – zur Folge haben, macht sich der Staat unglaubwürdig.
Junge Menschen in Europa haben Angst vor der Zukunft. Das gilt es ernst zu nehmen. Anscheinend haben es auch Systeme mit einer Vollkaskomentalität, wie Frankreich (Stichwort 35-Stunden-Woche), nicht geschafft, den jungen Menschen eine sinnvolle Perspektive zu vermitteln. Die Stadt Zürich wendet über eine Milliarde Franken pro Jahr für die Schulen auf; der Kanton rund 3.5 Milliarden, der Bund rund 9 Milliarden. Insgesamt gibt die öffentliche Hand in der Schweiz mehr als 45 Milliarden Franken pro Jahr für Bildung aus. Totsparen geht anders. Dabei ist es im Kern einfach: Leistung muss sich lohnen, auch für die Gen-Z. Engagiert euch in Vereinen, trainiert Jugendliche. Es gibt auch sozialverträgliche Möglichkeiten, Anerkennung zu erhalten.
Die Sorgen vor steigenden Mieten und Krankenkassenprämien sind nachvollziehbar. Diese Kosten belasten einen breiten Mittelstand, direkt und indirekt über Steuern. Aber statt zusätzlichen Wohnraum zu ermöglichen, kauft die Stadt überteuerte Liegenschaften. Leider ist viel bequemer, Probleme zu bewirtschaften und mit Geld zu ertränken, als sie zu lösen. Auch deshalb wird die vereinigte Linke in diesem Parlament die Krawalle nicht einhellig verurteilen, sondern höchstens als Auftrag interpretieren, noch mehr Steuergeld zu verschwenden: Mehr Basishilfe, mehr Interrail, mehr Verstaatlichung, mehr Regulierung.
FDP und Die Mitte verurteilen die Krawalle, die Sachbeschädigungen und die Angriffe gegen die Polizei. Wir verurteilen auch den unverantwortlichen Aufruf zu Krawall und Gewalt durch linksaktivistische Gruppierungen. Von der SP und dem Stadtrat erwarten wir keine halbherzige Verurteilung der Krawalle, sondern ein Machtwort. Wer zäuselt muss Verantwortung für das entstehende Feuer übernehmen und sich nicht halbherzig distanzieren. Wer zu Gewalt aufruft gehört bestraft. Die Stadtpolizei braucht mehr Einsatzkräfte, gutes Material und politische Rückendeckung. Dafür stehen wir ein und erwarten das gleiche Bekenntnis auch von der SP.