Podiumsdiskussion vom 4. Februar 2010, Schulhaus Bühl
Rund 30 Gäste waren der Einladung der FDP3 zum Podium gefolgt. Unter der Leitung von Parteipräsidentin und Gemeinderatskandidatin Cäcilia Hänni diskutierten Urs Egger (FDP-Stadtratskandidat), Christian Aeschbach (FDP-Kandidat für das Schulpräsidium Uto und Schulleiter), die Schulpflegerinnen und Gemeinderatskandidatinnen Heidi Stuber (FDP 3) und Lilo Sigrist (FDP 2) sowie Schulleiter Daniel Schafroth über die Situation an der heutigen Volksschule.
Auf dem Podium war man sich einig, dass der Bildungsauftrag zeitgemäss sei und dass sich für den Grossteil der Kinder im Alltag wenig verändert habe. Tempo und Menge der Reformen und die teilweise unterschiedlichen Erwartungen von Eltern, Gesellschaft und Wirtschaft werden dagegen als problematisch beurteilt. Universitäten und Wirtschaft bemängeln, dass Schulabgänger den Anforderungen der nächsten Stufe oft nicht mehr gerecht werden. Anderseits fehlen für die praktische Berufsbildung geeignete Bewerberinnen und Bewerber. Dadurch fällt das Niveau sowohl in den weiterführenden Schulen als auch in der Berufsbildung. Die Konsequenz ist, dass auf allen Stufen immer mehr Fachkräfte aus dem Ausland rekrutiert werden müssen. Viele Reformen sind vollzogen worden, ohne die Lehrpersonen ausreichend darauf vorzubereiten. Es fehlt ein ausreichendes fachliches Coaching. Für den individualisierenden Unterricht fehlen geeignete Lehrmittel sowie personelle Ressourcen. Die „Intellektualisierung“ an der Volksschule hat die Chancen der langsameren und kognitiv schwächeren Kinder sogar verschlechtert. Da Handwerkliches im Schulalltag kaum mehr gefördert wird, können sie ihre Fähigkeiten nicht entwickeln und sind mit den vorgegebenen Lernzielen überfordert. Eine selektive Integration würde einigen Kindern wohl besser gerecht.

v.l.;L.Sigrist, Christian Aeschbach, C. Hänni, U. Egger, H. Stuber, D. Schafroth
Lösungsansätze für die Zukunft
• Lehrpersonen und Schulleiter müssen bei der Umsetzung der Reformen ihre Perfektionsansprüche zurücknehmen.
• Die Lernziele sind den Möglichkeiten der Kinder individuell anzupassen. Mit dem heutigen System ist es nicht mehr möglich, dass alle Kinder sämtliche Lernziele einer Klasse erreichen können.
• Die Schulen brauchen Unterstützung in der Schuladministration, z.B durch den Einsatz von Assistenz-Lehrpersonen. Schulen und Lehrpersonen werden heute mit administrativen Aufgaben überhäuft und überfordern sich damit oft selbst. Lehrpersonen sollten im Dialog mit der Politik realistische Bildungsstrategien suchen.
• Fachcoaching und Weiterbildung für Lehrpersonen müssen ausgebaut werden.
• In der Verwendung der Ressourcen im Schulbereich braucht es grössere Flexibilität.
• Die Erziehungsarbeit ist wieder vermehrt vom Elternhaus einzufordern und die Zusammenarbeit mit den Elternräten ist zu verstärken.
Cäcilia Hänni, Präsidentin FDP 3
06.02.2010